Die Manuelle Lymphdrainage hat ihre Ursprünge in den 1950er Jahren, wo sie erstmals durch das dänische Ehepaar Vodder vorgestellt wurde.
Einige Jahre später entwickelten zwei deutsche Ärzte (Dr. Astonk und Dr. Földi) eine ähnliche Grifftechnik.
Seit 1974 ist die Lymphdrainage neben der Heilmassage eine anerkannte Therapieform, welche auch über die Krankenkasse abgerechnet werden kann.
Aufgrund ihrer vielseitigen Wirkungen kann die manuelle Lymphdrainage bei unterschiedlichen Krankheitsbildern und Problematiken eingesetzt werden.
1: Entstauungstherapie: Die wohl bekannteste Anwendung ist die Entstauung bei Ödemen, die unterschiedliche Ursachen haben können.
- Posttraumatisch/Operativ: Sehr oft kommt es nach einer Verletzung oder nach einer Operation am Bewegungsapparat zu Schwellungen wie beispielsweise bei Miniscus, Bändern, Luxationen, Prothesen der Hüfte oder Knie etc.
- Postoperativ nach einer Tumorentfernung oder Bestrahlung: Durch Entfernung von Lymphknoten im Angrenzenden Tumorgebiet werden sehr oft ganze Lymphknotenstämme entfernt, wodurch es zu sehr großflächigen Schwellungen kommen kann. Am häufigsten betrifft es die Achsel- und Leistenlymphknoten.
2: Stoffwechselanregend: Wie bei der Heilmassage wird auch bei der Manuellen Lymphdrainage der Stoffwechselangeregt, wobei man bei der Lymphdrainage keine Mehrdurchblutung erreichen, sondern nur den Lymphfluss durch sanfte Griffe anregen möchte. Ein höherer Stoffwechsel ist vor allem in nährstoffarmen Geweben erwünscht. Zum Beispiel bei Multiple Sklerose, atrophischer Haut oder Bindegewebe (Morbus Sudeck). Ebenfalls kann sie als Regenerationsmaßnahme nach einer hohen sportlichen Belastung eingesetzt werden.
3: Sympathikusregulation: Wie eine sanfte Heilmassage kann auch die Lymphdrainage durch die oberflächliche Grifftechnik der Sympathikus (Aktivnerv) gehemmt und der Parasympathikus (Passivnerv) getriggert werden. Dies ist vor allem bei sehr gestressten Menschen in Kombination mit einer Fußmassage eine ideale Möglichkeit das Stresslevel zu senken.
4: Schmerzlindernde Wirkung: Da mit der Manuellen Lymphdrainage der Parasympathikus angeregt wird, können schmerzlindernde Prozesse eingeleitet werden. Somit kann sie beispielsweise bei Migräne hilfreich sein.

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